Pflanzensammlungen im Landschaftsgarten

Obwohl bereits seit 1492 Teile Amerikas und 1788 auch Australien kolonialisiert wurde, wurden auch zu Elizas Zeiten noch viele Baumarten neu entdeckt. So mancher heute selbstverständlich in Deutschland vorkommende Baum war selbst noch im 20. Jahrhundert unbekannt. Bereits im frühen Landschaftsgarten spielte das Sammeln exotischer Gehölze eine Rolle. Durch die Auswahl der Pflanzen und Gehölze konnte Einfluss genommen werden auf die Farbe und damit die Stimmung im Garten – man sammelte sie aber auch aus Forschungsinteresse.

Die Neuentdeckungen aus Nordamerika, Asien oder Australien präsentierte man in Baumschulen und Baumsammlungen, so genannten Arboreten. Nadelgehölze bildeten so genannte Pineten. In diesen Baumsammlungen zeigte und ordnete man nicht nur seine Schätze, sondern testete die Arten auch im heimischen Klima. Auch in Homburg gab es mit dem Forstgarten in der Landgräflichen Gartenlandschaft eine Baumsammlung. Der Garten wurde nach historischem Vorbild samt Teehaus wiederhergestellt. Botanische Schilder benennen 40 verschiedene Baumarten.

Georg Schudt beschrieb den Forstgarten 1854: „Er enthält die freundlichsten Anlagen, die besonders dadurch einen erhöhten Reiz haben, dass sie zugleich eine geordnete Pflanzschule schöner und seltener Bäume und Sträucher bildet. Inmitten des Gartens blinkt der helle Spiegel des Weihers. Rauschende Bäche durchschlängeln die Anlagen und viele Ruhesitze, sowie Hütten mancherlei Art sind an den verschiedensten Punkten angebracht.“

Ab 1821 entstand unter Landgraf Friedrich VI. Joseph und seiner Gemahlin Elizabeth die Baumsammlung des Forstgartens.
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Der im Vordergrund erkennbare Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) wurde erst 1852 nach Europa importiert.
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